Jan Seghers – Die Akte Rosenherz
Ein Gemäldediebstahl führt Hauptkommissar Marthaler vierzig Jahre zurück in die Vergangenheit...
Bei einem brutalen Überfall auf einen Kunsttransport im Frankfurter Stadtwald wird Hauptkommissar Marthalers schwangere Freundin Tereza, die das Fahrzeug begleitet hat, schwer verletzt. Marthaler, der wegen Befangenheit nicht offiziell ermitteln darf, recherchiert auf eigene Faust – und stößt auf eine merkwürdige Verbindung zu einem unaufgeklärten Fall aus dem Jahr 1966, dem Mord an der Edelprostituierten Karin Rosenherz. Und auf Gegner, die mit allen Mitteln seine Untersuchungen verhindern wollen …
Mit „Die Akte Rosenherz“ hat Schriftsteller Matthias Altenburg unter seinem Pseudonym Jan Seghers seinen vierten Kriminalroman vorgelegt. Zwei Jahre dauert es in der Regel, bis Seghers’ große Fangemeinde mit einem neuen Fall des Frankfurter Hauptkommissars Robert Marthaler rechnen kann – ein Jahr braucht der Autor für Recherche und Vorbereitungen, ein weiteres fürs Schreiben.
Seghers ist ein Frühaufsteher, wie man auch in seinem öffentlichen Internettagebuch unter www.janseghers.de nachlesen kann. Meist zwischen vier und fünf Uhr morgens startet er in den Tag, setzt sich an den schmalen Schreibtisch im Obergeschoss seines Frankfurter Reihenhauses und widmet sich seinem allmorgendlichen Ritual: Er verschafft sich über das Internet einen ersten Überblick darüber, was in der Welt – gleich ob in Frankfurt oder in Los Angeles – geschehen ist. Oft bleibt er danach bis zu zwölf Stunden am Computer sitzen und arbeitet. „Ein guter Tag“ wird es für ihn jedoch vor allem dann, wenn er das Schreiben unterbricht, um einen der Schauplätze seines Romans aufzusuchen. Mit Vorliebe schwingt er sich dafür auf sein Olmo, ein italienisches Rennrad, wie es auch die Journalistin Anna Buchwald in „Die Akte Rosenherz“ erwirbt, und erkundet seine Heimatstadt bis in die entlegensten Winkel. Das Ergebnis: ein ganz eigenes Frankfurter Flair, das der Leser in Seghers’ Romanen auf jeder Seite spürt. „Ich brauche Orte, die man riecht und beim Lesen zu sehen meint“, erklärt er in einem Interview mit dem Wiesbadener Kurier. „Es muss ein Film vor den Augen der Leser entstehen. Erst wenn ich mich sicher fühle, fange ich an zu schreiben.“
Auch bei seinen sonstigen Recherchen arbeitet Seghers höchst akribisch: Monatelang studierte er im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden die mehr als zehntausend Seiten umfassende Gerichtsakte zum Fall Helga Matura, dem Vorbild für Karin Rosenherz in seinem Roman.
Eine Verfilmung seiner Romane gibt es – bislang – noch nicht. Dennoch ist Seghers bereits beim Fernseh-„Tatort“ angekommen, wenngleich indirekt: Miroslav Nemec, der Darsteller des Kommissar Ivo Batic im Münchner „Tatort“, war begeistert von Seghers’ erstem Krimi „Ein allzu schönes Mädchen“ (der ebenfalls in den Reader’s Digest Auswahlbüchern erschienen ist) und liest seither alle Hörbuchfassungen der Marthaler-Romane.
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