Peter Prange hat sich als Autor hervorragend recherchierter, spannender historischer Romane einen Namen gemacht. Seine "Weltenbauer-Trilogie" beginnt mit "Die Principessa" im Rom der Barockzeit, springt dann mit "Die Philosophin" in das Paris der Aufklärung und endet mit "Miss Emily Paxton" im London des 19. Jahrhunderts während der beginnenden Industrialisierung.

Der Autor im Interview

Reader's Digest: In "Miss Emily Paxton" geht es um die erste Weltausstellung in London 1851...
PP: ... deren Vision es war, alle Errungenschaften der Menschheit, von allen Kontinenten und Zeiten, von allen Völkern und Kulturen zusammenzutragen. Die ganze Welt an einem Ort! Allein der Kristallpalast, das Gebäude, das all die Schätze der Welt versammeln sollte, musste viermal so groß sein wie das bis dahin größte Bauwerk der Welt, der Petersdom in Rom. Hier wurde nichts Geringeres unternommen als der Versuch, das Paradies auf Erden mit den Mitteln von Naturwissenschaft und Technik zu inszenieren, im ganz großen Stil.

RD: Der Entwurf des Kristallpalasts, der aus der Feder von Emilys Vater Joseph Paxton stammt, hat eine höchst ungewöhnliche Geschichte.
PP: Joseph Paxton, der vom Gärtner zum Eisenbahnkönig, Architekten und Politiker aufstieg, war einer der größten Männer seiner Zeit. Als Gärtner hatte er die Victoria regis, eine Riesen-Seerose vom Amazonas, erstmals in einem Gewächshaus zum Blühen gebracht und erkannte in ihrer Blattstruktur ein Konstruktionsprinzip, das sich auf die Architektur übertragen ließ. Dieses Prinzip verknüpfte er mit den Möglichkeiten der seriellen Herstellung einzelner Bauteile und wandte sein neues Verfahren zunächst auf das Gewächshaus in seinem Park und später auf den Pavillon der Weltausstellung an.

RD: Mit "Miss Emily Paxton" ist Ihre "Weltenbauer"-Trilogie nun abgeschlossen ...
PP: Mit der Trilogie habe ich probiert, eine Ideengeschichte der europäischen Neuzeit in Romanform zu schreiben. Rom – Paris – London: drei Städte, drei Epochen, drei Ereignisse, durch die wir erleben, wie unsere heutige Welt aus früheren geistigen Welten entstand. Das klingt ganz wie ein Abschluss, aber um ehrlich zu sein – die "Weltenbauer" machen mir selbst so viel Spaß, dass ich nicht weiß, ob ich mit ihnen wirklich schon am Ende bin ...
 

Peter Pranges historischer Roman "Miss Emily Paxton" ist in unserer Buchreihe "Reader's Digest Auswahlbücher" erschienen.

 

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