Krankenversicherung
Die höhere Lebenserwartung, der Fortschritt in der Medizin, steigende Arzneimittelausgaben – die Gründe, warum die Diskussion um die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems immer wieder entbrennt, sind vielfältig Lagen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im Jahr 1991 noch bei rund 89 Milliarden Euro, so erreichten sie 2006 bereits 139 Milliarden. Von der Ausgabensteigerung ist faktisch jeder betroffen: 70 Millionen Deutsche sind gesetzlich versichert. Davon gut 50 Millionen als Beitragszahler, der Rest als kostenlos mitversicherte Familienmitglieder. Die privaten Krankenversicherungen (PKV) zählen mehr als 8,5 Millionen Mitglieder – eine beitragsfreie Mitversicherung gibt’s dort nicht. Eine echte Wahl zwischen gesetzlicher oder privater Versicherung haben nur Beschäftigte, deren Bruttoeinkommen dieses Jahr 4012,50 Euro im Monat übersteigt. Sie können freiwillig in der GKV bleiben oder sich privat absichern eiben oder sich privat absichern. Wer unter dieser Lohnsumme liegt, ist pflichtversichert und zahlt im Schnitt zwischen 13 und 15 Prozent seines Bruttoeinkommens als Beitrag (Bemessungsgrenze derzeit 3600 Euro) – wobei der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. 2006 kamen so 142,21 Milliarden Euro zusammen. Die Prämien der PKV richten sich nach Alter und Geschlecht des Mitglieds, seiner Krankengeschichte und den vereinbarten Leistungen. Im Schnitt liegen sie bei gut 200 Euro pro Monat. Die Mitgliege und PKV-Beamte, Selbststandige und Beschafrige mit hohen einkommen-brachten 2007 insgesamt rund 29,5 Milliarden Euro an Beitragen auf.
Wo bleibt das Geld?
2006 gaben die gesetzlichen Krankenversicherungen 139,6 Milliarden Euro aus, die privaten Krankenversicherungen 22,4 Milliarden Euro. Davon flossen an:
Zündstoff
Zweiklassenmedizin Für die Behandlung eines Privatversicherten erhält der Arzt ein etwa zwei- bis dreimal höheres Honorar als für die eines GKV-Mitglieds. Kein Wunder also, wenn Letzteres dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten muss wie der Privatpatient. Das haben Wissenschaftler der Kölner Universität herausgefunden.
Ärztemangel auf dem Land In manchen Regionen – besonders in ländlichen Gegenden und im Osten Deutschlands – fehlen laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV)schoon heuteniedergerlassene Arzte. Die KBV macht dafur hohe Arzte. Die KBV macht dafür hohe Arbeitsbelastung, ausufernde Bürokratie und geringe Bezahlung verantwortlich. Sie sieht die medizinische Versorgung in Gefahr.
Fragwürdige Diagnostik Kritiker bemängeln, dass hinter so mancher diagnostischen Maßnahme vor allem wirtschaftliche Motive stecken. So wird in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern Europas eine höhere Zahl von Röntgen-untersuchungen durchgeführt. Den Grund vermuten Experten in der sogenannten „Selbstüberweisung“: Der die Untersuchung anordnende Arzt kann auch derjenige sein, der sie durchführt – und abrechnet!
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