Bevor das aktuelle Jahrtausend anbrach, kaufte man einen Ford meist nur deshalb, weil das Geld für ein besseres Auto nicht reichte. Doch schon beim Vorgänger des aktuellen Mondeo war ein massiver Qualitätssprung zu erkennen, und die neue Mittelklasse­Limousine aus Köln konnte sich noch einmal deutlich steigern.

Das beginnt schon bei den Maßen. Mit einer Gesamtlänge von 4,78 Metern übertrifft die Schrägheckvariante des Mondeo die neue C-Klasse von Mercedes um glatte 20 Zentimeter, auch der Bestseller VW Passat muss sich knapp geschlagen geben. Dabei streckt der Ford nicht etwa nur eine besonders lange Nase in den Wind, dank des großzügigen Radstandes von 2,85 Metern schafften die Entwickler im Innenraum ein Platzangebot, wie es sonst in der Oberklasse zu finden ist.

So sind trotz der flach wirkenden Silhouette in puncto Kopf-, Ellbogen- und Beinfreiheit nicht nur auf den vorderen Plätzen mühelos Basketballspieler unterzubringen, gerade die Mitreisenden auf der Rücksitzbank dürfen sich über großzügigen Luftraum und ordentliche Kniefreiheit freuen.

Zum Raumgefühl der Upperclass passt auch der gebotene Komfort. Nichts klappert oder knarzt, der Mondeo verwöhnt seine Insassen mit einer guten Schalldämpfung, die lediglich bei sehr hohen Geschwindigkeiten den Wind rauschen lässt.

Ein Grund dafür ist der kultivierte Zweiliter-Turbodiesel, dem ruppiges Nageln oder lästige Vibrationen fremd sind. Zwar braucht der 140 PS starke Vierventiler schon mindestens 1700 Umdrehungen, um sich wohlzufühlen, doch darüber schiebt er die Fuhre nachdrücklich mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern vorwärts. Dennoch kommt er bei maß­voller Fahrt laut Hersteller mit 5,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern aus.

Größe und Komfort haben ihren Preis. Mit seinen 1,6 Tonnen ist der Mondeo auch beim Gewicht der Klassenprimus. So beschleunigt die fünftürige Karosse bei hohem Autobahntempo nicht wirklich leichtfüßig, eine erstaunliche Agilität zeigt sie aber bei Kurvenfahrt. Das adaptive, in drei Härtestufen verstellbare Fahrwerk filtert, abgesehen von schnell gefahrenen Autobahnfugen, nahezu alle Boden­unebenheiten mühelos weg.

Dabei zeigt der Mondeo keine nennenswerte Seitenneigung oder Wankbewegungen. Zusätzlichen Fahrspaß verschaffen die präzise Lenkung und das gut schaltbare Sechsganggetriebe.

Der Reisende muss sich im Mondeo keine Gedanken machen, ob er im Urlaub die Tennistasche oder die Tauchausrüstung zu Hause lässt. Bei einem Ladevolumen von 540 Litern kann alles mit. Bei Bedarf lässt sich der Frachtraum mit umgeklappter Rücksitzlehne auf 1390 Liter steigern.

Fazit: Der Mondeo zeigt in jeder Hinsicht Größe. Beim Image mögen die sogenannten Premium-Hersteller die Nase noch vorn haben, doch in Sachen Komfort und Technik müssen sie sich mächtig strecken, um mit dem neuen Ford mitzuhalten.

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