Inhalt
• Gospels und Spirituals
• Musik & Fußball
• Der Frühling in der Musik
• Die erste CD
• 50 Jahre Musikkollektionen
Gospels und Spirituals

Sie vermögen ein tief empfundenes Glücksgefühl auszudrücken. Daher erfreuen sich Gospels und Spirituals großer Beliebtheit. Und das, obwohl – oder vielleicht gerade weil – die traditionelle Musik der Schwarzen in den USA zu Zeiten von Elend und großen Entbehrungen entstanden ist. Trotzdem kündet sie unbeirrbar von Hoffnung und festem Glauben an eine bessere Welt.
Wie alles begann
Am 4. Juli 1776 beginnt mit dem Tag der Unabhängigkeitserklärung in Amerika ein neues Zeitalter. Der „amerikanische Traum“ soll jedem Bürger die Möglichkeit bieten, sein Glück zu finden. Das wird sogar elf Jahre später in der Verfassung des jungen Staates festgeschrieben. Die Voraussetzungen sind gut: ein endlos scheinendes, fruchtbares Land, reich an Natur- und Bodenschätzen, verbunden mit einer einzigartige Aufbruchstimmung. Die Folge: Unzählige Einwanderer, oft nur ausgestattet mit dem Nötigsten, suchen und finden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihr Glück.
Afrikaner in Amerika
Es gibt auch Kehrseiten: Die Ureinwohner bleiben oftmals von den Rechten ausgenommen. Und dann sind da noch die Sklaven. Schwarze, seit dem 15. Jahrhundert von der Westküste Afrikas verschleppt, um auf den Feldern der südlichen Staaten als billige Arbeitskräfte verheizt zu werden. Für sie ist Amerika alles andere als das gelobte Land. Technische Errungenschaften ermöglichen großflächigen Anbau von Baumwolle auch in Regionen, die vorher dafür ungeeignet schienen. Mit den Plantagen wächst der Bedarf an Arbeitskräften. Die Zahl der schwarzen Bevölkerung steigt von etwa 700 000 zum Ende des 18. Jahrhunderts auf 3,9 Millionen im Jahr 1860. Und das, obwohl 1808 die „Einfuhr“ neuer Sklaven per Gesetz untersagt wird.
Singen ja, trommeln nein
Afrikaner haben Rhythmus im Blut. Neben den Gesängen sind es vor allem das rhythmische Klatschen und der Einsatz von Perkussions-Instrumenten, die für Schwung sorgen. Ein weiteres typisches Merkmal afrikanischer Musik, das wir auch in der Gospel- und Spiritualmusik finden, ist das „Call- und Response-(Ruf- und Antwort)-Ritual“: Ein Text wird vorgesungen und die Mitsänger antworten. Für die weißen Herren klingt das alles befremdlich. Aber sie verbieten den Sklaven das Singen nicht, sondern ermutigen sie sogar dazu. Ihr Hintergedanke. Mit Musik gehen schwere Arbeiten leichter von der Hand. Übrigens: Trommeln sind verboten, denn die Weißen haben Angst, dass über größere Entfernungen geheime Botschaften übermittelt werden könnten.
Musik für eine göttliche Macht
Erlaubt ist den Schwarzen fast nur Musik mit geistlichem Gedankengut. Die frisch missionierten Sklaven lernen christliches Gedankengut kennen, aber auch europäische Kirchenlieder, die ihnen zunächst völlig fremd sind. Diese Lieder, verbunden mit der eigenen Musikalität, sind der Boden, auf dem die Spirituals wachsen. „Spiritual“ heißt im Wortsinn „geistig, geistlich, vergeistigt“. Diese Musik entwickelt sich vornehmlich in unabhängigen schwarzen Kirchen, deren erste 1794 gegründet worden ist.
Alles ändert sich
Schriftliche Überlieferungen aus dieser Zeit gibt es nicht. Zum einen, weil es Sklaven bei Strafe verboten ist, lesen oder schreiben zu lernen. Aber auch, weil es ist in Afrika sowieso unüblich ist, Musik niederzuschreiben. Und so besitzt kein Song nur eine einzige gültige Fassung. Immer stehen mehrere Interpretationen nebeneinander. Das gilt auch für die Texte und Inhalte, letztlich sogar für die Sprache. Denn die Kinder der nachfolgenden Generationen wachsen ja von Geburt an mit der englischen Sprache auf. Und so ist von den ursprünglichen Liedern bald nicht mehr viel übrig.
Parallelen zur Bibel
Dafür entdecken die Sklaven neue Inhalte. In der Bibel gibt es wunderbare Erzählungen. Besonders spannend: die lange Leidensgeschichte des Volkes Israel. Sie bietet deutliche Parallelen zur eigenen Situation. Und dann noch dieser Erlöser Jesus Christus, der von Liebe und einem besseren Leben nach dem Tode predigt! Mit diesem Glauben kann man sich anfreunden, auch wenn die weißen Herren selbst ihn anscheinend nicht ganz so ernst nehmen. Der neue Glaube gibt Kraft, schafft mit religiösen Festen einen Zusammenhalt, der über das gemeinsame Leid hinausgeht. Die Musik ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Durch die Rhythmen, ein Relikt aus der alten Heimat, versetzen sich viele richtiggehend in Ekstase. Natürlich gibt es auch melancholische Lieder, Songs der stillen Winkel Verzweiflung, aber auch der Hoffnung.
Frei mit Einschränkungen
Das Ende der Sklaverei in den USA wird Mitte des 19. Jahrhunderts eingeläutet, als endlich das Gesetz kommt, das auch den Südstaaten die Sklavenhaltung untersagt. Die Folge: ein Bürgerkrieg, der beinahe das Ende der Nation bedeutet hätte. Aber nach diesem Sezessionskrieg ist die farbige Bevölkerung „frei“. Soll heißen, es gibt keine Sklaven mehr. Aber vor allem im Süden, und noch lange Zeit im Norden, haben die Farbigen bei weitem noch nicht die Rechte der Weißen.
Die Industrie entdeckt die schwarze Musik
Trotzdem: Die neuen Freiheiten werden – auch musikalisch – genutzt. Die religiösen Inhalte bleiben erhalten und erstmals werden auch Texte aufgeschrieben. Zu den Spirituals gesellen sich jedoch Stilelemente aus Blues und Jazz. Vielen Weißen ist diese Vermischung ein Dorn im Auge. Und so bleiben die Afroamerikaner weiter unter sich. Nach Herzenslust können sie improvisieren, was so recht nach ihrem Geschmack ist. Um 1920 entstehen in den schwarzen Straßenkirchen der Gettos amerikanischer Großstädte die Gospelsongs. Auf der neuen Erfolgswelle schwimmen auch „Guitar Evangelists“ mit, Straßenmusikanten, die rhythmisierte Blueslieder mit geistlichen Texten singen. Auf sie geht höchstwahrscheinlich der Begriff „Gospel“ zurück, der übersetzt „Evangelium“ bedeutet. Bald steigt die Schallplattenindustrie ein, die nur wenige Berührungsängste mit der neuen Musik hat. Immerhin ist eine Menge Geld damit zu verdienen.
Ein Stückchen Wiedergutmachung
Und so beginnen die ehemaligen Sklavenlieder ihren Siegeszug rund um den Globus. Niemand vermag so glaubhaft Texte und Musik vorzutragen wie die Nachfahren derer, die darin einst ihre letzte Hoffnung und Zuflucht gefunden hatten. Gleichzeitig bringt dieser Erfolg so manchen Star hervor. Wenn man so will, ist dies ein kleines Stück Wiedergutmachung der Geschichte an einigen wenigen, stellvertretend für ein ganzes ausgebeutetes Volk. Viele der großen Gospelsängerinnen und -sänger werden wie Volkshelden verehrt. Etwa Mahalia Jackson, die ihr Leben lang ausschließlich geistliche Lieder singt! Oder die Gitarre spielende Sister Rosetta Tharpe mit ihrem einzigartigen „Jazz-Feeling“. Nicht zu vergessen das Golden Gate Quartet, eines der bekanntesten Gospel-Ensembles der Geschichte. Und schließlich und endlich Harry Belafonte. Er hat sich – ähnlich wie Mahalia Jackson – schon in den 1960er-Jahren an der Seite von Martin Luther King für die gewaltlose Bürgerrechtsbewegung eingesetzt und gilt bis heute als Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt.
Bei uns erhältlich: Oh, Happy Day – Die schönsten Gospels & Spirituals
Musik & Fussball - nicht nur zu Zeiten der Weltmeisterschaft
Keine Frage: Spätestens mit der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Südafrika hat die lautstarke Unterstützung der Kicker durch ihre Fans eine neue Dimension erhalten. Das Stichwort lautet „Vuvuzela“. Dieses Blasinstrument und Symbol des südafrikanischen Fußballs hat die Gemüter allerdings entzweit. Während die einen an aggressive Angriffe durch Hornissenschwärme erinnert werden, begeistern sich die anderen an der Phonstärke dieses Plastikinstruments. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Vuvuzela etwa so laut ist wie eine Kettensäge. Darüber hinaus haben wir bis jetzt noch keinen Fußballsong gefunden, der mit dieser Tröte begleitet wird.
Ansonsten bieten wir Ihnen, passend zur Weltmeisterschaft, eine musikalische Sammlung, die nahezu alles enthält, was das musikalische Fußballerherz begehrt. Die Geschichte der Fangesänge in den Fußballstadien beginnt – wie die Wiege des modernen Fußballs überhaupt – in England. Eines schönen Spieltages, es dürfte um 1964 gewesen sein, fiel im Stadion an der legendären Anfield Road, der Heimat des populären FC Liverpool, die Verstärkeranlage aus, aus der ansonsten während der Halbzeitpause die gängigen Hits dudelten. Just in diesem Augenblick lief „You’ll Never Walk Alone“, seinerzeit ein Nummer-1-Hit der Lokalmatadoren „Gerry & The Pacemakers“. Liverpool galt in den frühen Sechzigern sowohl als Fußball-Mekka als auch als Geburtstort der Beatmusik: Man denke nur an die Beatles!
Doch die Stille im Stadion nach dem Stromausfall währte nur Sekunden. Denn die Fans des FC übernahmen einfach den Part der Musikanlage. Dies war die Geburtsstunde des berühmtesten aller Fußball-Songs, und auch vier Jahrzehnte später wird kaum ein Titel in den Stadien auf der ganzen Welt häufiger intoniert als „You’ll Never Walk Alone“. Der Titel, der ursprünglich aus dem Broadway-Musical „Carousel“ stammt, ist als vermutlich einziges Musikstück der Welt in ein Vereinswappen integriert ist – logischerweise in das des FC Liverpool.
Ins Stadion zu gehen, ist heute weit mehr, als „nur“ ein Fußballspiel anzuschauen. Der „richtige“ Song für die eigene Mannschaft gilt als unverzichtbares Muss. Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens lässt sich auch auf den Zuschauerrängen mit einem Lied unendlich viel ausdrücken. Die Freude über den Sieg, die Zufriedenheit mit der Überlegenheit über die gegnerische Mannschaft, die Hoffnung darauf, dass ein Rückstand umgewandelt werden kann, Schadenfreude mit dem unterlegenen Gegner, ja selbst Trauer über ein verlorenes Match – das sind nur einige der Gefühle, die sich durch Schlachtgesänge untermalen lassen.
Oft haben die Anhänger den einzelnen Melodien ganz vereinsspezifische Texte gegeben. Der Erfindungsreichtum der Fans in diesen Dingen ist wirklich unglaublich. Der Witz, die Ironie, die Eingängigkeit solcher Texte müssten so manchen professionellen Songschreiber vor Neid erblassen lassen. Fußballfans, so scheint es, ist nichts heilig. Ihre musikalischen Vorbilder kommen aus nahezu allen Bereichen der Musik: Schlager, Pop, Rock, volkstümliche Musik, aber auch Oper und Klassik. Genau betrachtet, ist das nicht einmal ein Zufall, Denn ein Fußballspiel ist selbst eine Inszenierung, ein Theaterstück, ein Schauspiel, ein Drama – mit dem großen Unterschied, dass im Stadion keiner wissen kann, wie es am Ende ausgeht. Interessanterweise dauert ein Match mit 90 Minuten in etwa so lang wie ein durchschnittlicher Kinofilm, ein Konzert oder Theaterstück. Und wenn dann noch Verlängerung und gar Elfmeterschießen hinzukommen, dann sind wir durchaus mal bei drei Stunden. Wagner lässt grüßen.
Das alles will musikalisch begleitet sein – vom Einzug der Helden bis zum großen Finale. Denn wie langweilig wäre es, würde ein Fußballspiel schweigend begleitet! Und nicht selten ist das Spektakel der Zuschauer dem auf dem Rasen weit überlegen. Sollte wirklich jemandem eine Anregung fehlen: Wir empfehlen unsere Zusammenstellung!
Bei uns erhältlich: Fußball ist unser Leben... Hits & Hymnen aus aller Welt
zum Shop
Der Frühling in der Musik
Komm, lieber Mai, und mache
Seit jeher lassen uns Künstler aus allen Bereichen das Erwachen der Natur aus der Winterruhe neu erleben. Gerade in der Musik gibt es unzählige Beispiele, die uns an den Frühlingsgefühlen der Komponisten teilhaben lassen. Aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart etwa stammt eines der beliebtesten Frühlingslieder: „Komm, lieber Mai, und mache“. Auch andere Dichter haben sich durch den Frühling inspirieren lassen. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben jubelte 1844: „So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling!“ Robert Schumann schrieb dazu die Melodie.
Frühling in Wien
An die Donau lockt uns der begnadete Robert Stolz: „Das ist der Frühling in Wien“, und wenn wir schon einmal in der Hauptstadt des Walzers sind, müssen wir unbedingt den Frühlingsstimmen-Walzer von Johann Strauß Sohn hören. Ebenfalls in Wien wurde 1884 die Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker uraufgeführt, aus der wir Ihnen die Arie „Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau“ präsentieren.
Gönnen Sie sich auch ein paar Operettenlieder über die Rose, diese Königin der Blumen, etwa aus „Der Vogelhändler“ oder aus „Die Rose von Stambul“. Aber auch das Veilchen mit seiner samtigen Bläue verdient es, gewürdigt zu werden, etwa „Wenn die kleinen Veilchen blühen“ von Robert Stolz. Dass stille Wasser tief und Veilchen auch temperamentvoll sein können, zeigt uns die französische Veilchen-Polka, die uns das Klassische Wiener Schrammel-Quartett darbietet.
Zeit für Romantik
Höhepunkt dieser Jahreszeit ist ohne Zweifel der Mai, Inbegriff des Neuwerdens und der Jugend. „Zwei Herzen im Mai“, dieses Lied aus dem gleichnamigen Film von 1957, handelt von den Liebeswirren eines zunächst erfolglosen Musikers, den plötzlich das Glück ereilt. Manchmal sind im Frühling die Tage schon so sonnenreich, dass man wunderbar laue Abende erleben kann. Was „In einer Nacht im Mai“ geschah, erzählt das Lied aus dem ähnlich lautenden Film (1938), zu dem Peter Kreuder die Musik komponierte.
Was unterscheidet den Frühling in Berlin von dem in der Toskana? Vergleichen Sie „Das ist der Frühling von Berlin“ und „Frühling in Toskana“ und urteilen Sie selbst! Das Lied über den Berliner Frühling gehört übrigens zu einem reizenden Bühnenstück aus den 1920er-Jahren, in dem eine Scheinehe sich in echte Liebe wandelt. Weshalb das Stück auch „Die Frau ohne Kuss“ betitelt ist … Wenn wir schon in der Toskana sind, sollte ein Abstecher nach Florenz nicht fehlen: „Wenn in Florenz die Rosen blühn“, schwärmen die Stuttgarter Saloniker.
Auch der schönste Frühling geht mal zu Ende
Ja, und wenn dann das Frühlingsfest langsam zu Ende geht, kommen Gedanken an den Abschied. „Wenn wir in lauer Frühlingsnacht“, dieses wehmütige Lied aus Giuseppe Verdis Oper „Luisa Miller“, erzählt davon. Aber: „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein“. Versprochen! Und wenn uns allen irgendwann ein „Letzter Frühling“ erblüht, so wie ihn Edvard Grieg in seinen „Elegischen Melodien“ zum Klingen bringt, dann sind wir dankbar, all das Schöne gehabt zu haben. Wie zum Beweis für die Fülle der Frühlingsfreude erklingt zum Schluss noch der berühmte Blumenwalzer aus Peter Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“.
All diesen und noch viel mehr Liedern und Melodien, die Sie kennen und lieben, können Sie nun in der Kollektion „Komm, lieber Mai - Die schönsten Lieder und Melodien zum Frühling“ lauschen! Hören Sie beliebte Volkslieder, Operettenmelodien und klassische Klänge! Für Sie spielen und singen: Mara Kayser, Wiener Schrammel-Quartett, Lolita, Alt-Wiener Strauß-Ensemble, Maria und Margot Hellwig, Edith Prock u. v. a.
Bei uns erhältlich: Komm, lieber Mai - Die schönsten Lieder und Melodien zum Frühling
Die CD
30 Jahre Silberscheiben
Seit 1982 erfreuen sich Musikfreunde an den kleinen Silberscheiben namens „Compact Disc“, kurz CD genannt. Sie ermöglichen seitdem das lang erwartete störungsfreie Musikhören. Auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, genießen sicher die große Speicherfähigkeit und den Komfort der kleinen Silberlinge: Sie ermöglichen uns als CD den Musik- oder als DVD den Kinogenuss in den eigenen vier Wänden. Als CD-ROM können diese Scheiben sogar ganze Lexika speichern. Und vielleicht verwenden Sie sie auch als Speicher Ihrer schönen Urlaubsbilder, die Sie am PC immer wieder anschauen können.
Mit dem Laserstrahl von der LP zur CD
Die Entwicklung der Compact Disc und dieser „Silberlinge“ ist eng verbunden mit der Technik der digitalen Tonaufzeichnung und der Anwendung des „Light amplification by stimulated emission of radiation“, kurz Laser-Strahl genannt.
Doch lassen Sie uns kurz zurückblicken auf die Tonträger, die bis dahin jahrelang die Herrschaft über die klingende Klangspeicherung innehatten. Gemeint ist vor allem die Langspielplatte, kurz LP genannt. Sie war die würdige Nachfolgerin der empfindlichen Schellack-Platte und eroberte seit Ende der 40er-Jahre die Plattenteller der Musikliebhaber.
Die aus Polyvinylchlorid (PVC, kurz Vinyl genannt) bestehende Scheibe funktioniert so: Auf ihrer Oberfläche ist eine Rille eingraviert, die die Schwingungen der Musik direkt (analog) wiedergibt. Dazu braucht es einen Tonarm, der mit einer meist aus einem Diamant, seltener aus einem Saphir oder Rubin bestehenden Abtastnadel bestückt ist. Die ertastet die Rille, was eine ganz kleine Reibung und somit eine minimale Strommenge erzeugt. Diese wird mehrfach verstärkt und letztlich zu den Lautsprechern geschickt. Dort bewegt ein Magnet eine Spule, die ein Membran festhält. Bei der Bewegung des Membrans wird die Luft zum Schwingen gebracht. Und so kommt es, dass wir die Musik wieder hören können.
Bandsalat inklusive
Mitte der 60er-Jahre kam die Musik-Cassette hinzu, kurz „MC“ genannt. Ein in einer Kunststoffhülle steckendes Tonband speichert auf magnetischem Wege als direkte (analoge) Kopie die Aufnahme von einem Mikrofon, einem Rundfunkgerät oder einem Plattenspieler. Weil Aufnahmen mit dem Kassettenrekorder so simpel und die Geräte so billig sind, sind diese Tonträger vor allem in ärmeren Ländern nach wie vor sehr beliebt. Auch wenn nach einiger Zeit das Abspielen schon oft gehörter MCs immer wieder mit einem nicht mehr zu entwirrenden Bandsalat endet…
Und so funktioniert’s…
In unseren Breitengraden wurden beide Systeme, LP und MC, langsam aber sicher von der Compact Disc ersetzt. Deren Anfang der 80er Jahre vorgestellte System funktioniert, grob gesagt, folgendermaßen: Die Scheibe mit einem Durchmesser von 12 cm besteht aus dem lichtdurchlässigen Kunststoff Polycarbonat. Auf deren Oberfläche befinden sich, spiralenförmig angeordnet, extrem kleine Vertiefungen, so genannte Pits. Sie sind nur etwa ein bis drei Millionstel Meter groß. Darüber liegt nun eine reflektierende und zusätzlich gegen Umwelteinflüsse geschützte Aluminium-Schicht. Ein Infrarot-Laser liest die Pits ab, das Licht wird abgelenkt und erzeugt eine geringe elektrische Spannung. Diese wird in mathematische Zahlenreihen umgesetzt, die auf dem binären System (lauter Einsen und Nullen) beruhen. Ein Rechner im Lesekopf stellt fest, wie weit sich der Laserstrahl durch die jeweils längere oder kürzere Spiegelschicht verändert hat. Und aus diesen vielen kleinen Unterschieden rekonstruiert er die ursprüngliche mathematische Zahlenreihe. Ein Decoder verwandelt sie dann in elektrische Impulse, die denen der Musikschwingung entsprechen.
Superlanger Hörgenuss ohne Knacken und Rauschen
Der Vorteil der CD ist, dass sie nicht wie die Schallplatte abgetastet wird, sondern abgelesen. Mit anderen Worten: Die Compact Disc wird – anders als die Vinyl-Platte – nicht berührt und kann somit mechanisch nicht beschädigt werden. Somit kann sie, jedenfalls theoretisch, viele Jahrzehnte knackser-frei überstehen. Und ihre Abspiel-Dauer ist fast doppelt so lang wie die der LP: fast 80 Minuten!
Dieses störungsfreie Musikhören ermöglicht der CD-Spieler, der 1982 zur Serienreife entwickelt wurde. Er löste zusammen mit den entsprechenden Discs eine Revolution aus: Denn die meisten Musikfreunde wollen seitdem zu Hause nur noch die pure Musik genießen, ohne Knistern oder Knacken, Rauschen oder Rumpeln! Diese Revolution wird erst seit wenigen Jahren von der des „Downloads“, des elektronischen Herunterladens von Musikdateien aus dem Internet, ergänzt. Doch noch legen echte Musikliebhaber nach wie vor größten Wert auf die bespielte Compact Disc, die längst zum echten Kult(ur)gut geworden ist.

Hier sehen wir das erste Modell der Fa. Philips:
Chöre singen für Millionen – auf CD
Bei Reader’s Digest Deutschland begann der Siegeszug der Compact Disc 1988 mit der Kollektion „Chöre singen für Millionen“. Seitdem haben unsere Musikfreunde Millionen dieser „Silberlinge“ erworben, die Ihnen sicher viele schöne Stunden des Musikglücks bescheren!
50 Jahre Musikkollektionen bei Reader's Digest Deutschland
Reader’s Digest – das ist das beliebte Magazin im Taschenbuchformat. Reader’s Digest – das sind auch exquisite Sach- oder Auswahlbücher. Reader’s Digest – das sind schließlich und endlich exklusive und hochwertige Musiksammlungen. Und die gibt es jetzt seit genau 50 Jahren! Damals wie heute gilt die Philosophie, Ihnen, unseren Kunden, eine große Vielfalt an erlesener Musik in bester Qualität anzubieten. Stets wählen wir Musik für Sie aus, die nicht dem Zeitgeist unterworfen ist, sondern die einen "langen Atem" hat.
Für jeden ist etwas dabei
.jpg)
Ob es sich um Schlager-Anthologien oder Star-Porträts, Klassik-Sammlungen oder Komponisten-Vorstellungen, Opern oder Operetten, Popmusik, Swing und Country, Tanzmusik oder Melodien zum Träumen und Entspannen handelt – für jeden Geschmack ist garantiert etwas dabei. Unsere Sammlungen, die aus 3 bis 5 Tonträgern bestehen, behandeln immer ein spezielles Thema, eine Epoche oder sind einer Musikgattung gewidmet. Die Melodien, Songs, Lieder oder Evergreens, die wir Ihnen anbieten, bilden zeitlos gültige Zeugnisse unserer vielfältigen, populären Musikkultur. Beinahe jede Zusammenstellung enthält eine liebevolle und aufwändige Broschüre, die Ihnen zusätzliche Informationen bietet: Musikgeschichte, Lebensläufe, Anekdoten und vieles mehr.
Die Anfänge
Es begann in den 50er-Jahren: Das Mutterhaus von Reader's Digest in den USA produzierte umfangreiche LP-Kollektionen für seine Musikliebhaber. Bald passten auch die anderen Länder, in denen der Verlag vertreten war, diese Sammlungen ihren jeweiligen Bedürfnissen an und vertrieben sie. Anfangs handelte es sich vor allem um Klassik. Als in den 60er- und 70er-Jahren Reader’s Digest Aufnahmen des Labels RCA kaufte, die weltweit vermarktet werden durften, wuchs das Repertoire enorm.

Jahr für Jahr werden speziell für Sie, unsere Reader’s Digest-Musikfreunde, zahlreiche neue Kollektionen kreiert. Die Palette bietet Musik aus allen Epochen, von maßgeblichen Künstlern aus Gegenwart und Vergangenheit interpretiert und in bestmöglicher Ausführung präsentiert. Bestimmte Sammlungen großer Weltstars werden weltweit angeboten. Ob in New York, Hamburg, Moskau oder Taiwan: Solche Zusammenstellungen gibt es dann in der jeweiligen Landessprache, was die Digest-Musiksammlungen auf ihre Weise einmalig macht!
Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Unsere Statistiker haben errechnet, dass in 50 Jahren:13 Millionen Kollektionen mit 52 Millionen Tonträgern (Schallplatten, MCs und CDs) verkauft wurden. Das macht mehr als 884 Millionen Einzel-Titel mit einer Spielzeit von rund 60 Millionen Stunden! Ein Kunde würde 6.840 Jahre brauchen, um jedes Musikstück auch nur einmal zu hören!
Zum Jubiläum eine besondere Musikkollektion
In Kürze erscheint die Jubiläums-Kollektion „50 Jahre Musik bei Reader’s Digest“. Sie präsentiert Ihnen „das Beste“ aus der Unterhaltungsmusik der letzten 50 Jahren.
.jpg)
Zum Shop
Wie entsteht eine Musikkollektion bei Reader’s Digest ?
Um Ihnen, liebe Musikfreunde, eine erfolgreiche Musikkollektion anzubieten, überlassen wir nichts dem Zufall. Zunächst erstellen wir im Vorfeld umfangreiche Kundenbefragungen, die uns ein genaues Bild dessen liefern, was Sie sich von uns wünschen. Zu diesem Zweck entwickeln wir immer neue Ideen für Kollektionen, die wir Ihnen, den Kunden, auf Fragebögen vorstellen.
Nach Auswertung dieser Fragebögen sammeln wir eine Vielzahl von Musikstücken, die zu dieser speziellen Kollektion passen könnten. Nun müssen wir vom Rechteinhaber dieser Musik, dem so genannten Lizenzgeber, die Genehmigung einholen, diese Titel in unsere Sammlung aufzunehmen. Sobald wir vom Lizenzgeber – meist dem Verlag oder Produzenten des jeweiligen Werkes – die Genehmigung erhalten haben, liefert er uns Masterkopien der Musikstücke für das Tonstudio.
Parallel dazu verfassen unsere Autoren (meistens erfahrene Musik-Journalisten mit einer „flotten Schreibe“) den Text für die beiliegende Broschüre, auch Booklet genannt. In ihr werden die Künstler vorgestellt, Musikgeschichte erläutert und Zusammenhänge erklärt. Der Text soll unterhalten und Sie mit Wissen, Anekdoten und Infos überraschen!
Zur gleichen Zeit gestaltet unsere Grafik Vorderseite (Cover), Broschüre und die komplette „Verpackung“ der Kollektion.
Im Tonstudio fügen unsere Spezialisten aus den Masterkopien die einzelnen Tonträger Stück für Stück zusammen. Unglaublich: Bis in die 90iger-Jahre fand dieser Vorgang noch auf Tonbändern statt! Heute erledigen Computer diese Arbeit. Unsere Toningenieure achten auf die bestmögliche technische Qualität der Stücke: Rauschen, Knistern oder Brummen werden nach Möglichkeit entfernt, wobei der Charakter der Musik nicht verloren gehen darf! Vom Ergebnis erhalten wir Prüfmuster. Beim Abhören darf unseren kritischen Ohren nichts entgehen, was Sie nach der Herstellung (Pressung) beim Hören stören könnte!
Nun ist die Produktionsabteilung „dran“: Sie koordiniert und terminiert die Pressung der CDs und den Druck der Booklets. Daran anschließend werden sämtliche Bestandteile der Musikkollektion zusammengeführt, oder, wie es in der Fachsprache heißt, „konfektioniert“. Ganz zum Schluss erhält jede Kollektion eine nummerierte Garantiekarte und wird in Zellophan eingeschweißt. Nun endlich ist Ihre Musiksammlung fertig, deren vollständige Herstellung – von der Idee bis zum fertigen Produkt – uns oft ein ganzes Jahr und länger beschäftigt hat! Wie immer, bleibt uns jetzt nur zu hoffen, dass wir Ihren Geschmack getroffen haben.